Freitag, 20. Oktober 2017

Stari plac, Split

21.10.2017

Das alte Stadion von Hajduk Split, Stari plac („Alter Platz“), wurde 1911 auf einem Krajeva njiva („Königsfeld“) genannten Gelände in der Split eröffnet, einem ehemaligen Exerzierplatz der österreichisch-ungarischen Armee errichtet. Bis 1979 diente das Stadion Hajduk in 3.149 Spielen als Heimstätte. Zur Eröffnung am 11. Juni 1911 spielte der kroatische Verein Hajduk gegen den im Februar dieses Jahres als Sezione di calcio „Edera“ gegründeten Verein der italienischen Stadtbevölkerung, Calcio Spalato. Das 9:0 der Kroaten wurde nicht nur als Fußballspiel sondern als Ausdruck politischer Überlegenheit der kroatischen über die italienische Bevölkerung gefeiert.
Das Stadion hieß zu seiner Zeit Stara Plinara („Altes Gaswerk“). Die Tribünen wurden 1951 auf ein Fassungsvermögen von 20.000 und in den 1970er Jahren dann noch einmal auf 30.000 ausgebaut. Die Torcida stand auf der Nordtribüne. Nach der Eröffnung des für die Mittelmeerspiele errichteten neuen Stadion Poljud 1979 wurde die Sportstätte von anderen Vereinen und Sportarten weitergenutzt (Ragbi klub Nada, Baseball klubu Nada SSM – Split) und blieb so teilweise erhalten. Von den einst vier Tribünenseiten steht nur mehr eine Längsseitentribüne.



Historisches Bild

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Block West Echo, 39



Rezension


Block West Echo
#39
Sommer 2017
220 S.








In der zweiten Ausgabe des Block West Echo im Jahr 2017 bieten die Ultras Rapid auf über 200 Seiten einen Schwerpunkt zu 40 Jahren Block West samt Interviews mit Vorsängern, Trommler und Choreo-Verantwortlichen. Dazu wird auf zwei 15-Jahr-Jubiläen eingegangen – 15 Jahre Stadionverbote bei Rapid und 15 Jahre Freundschaft mit den Ultras Nürnberg – sowie auf die bescheidende Frühjahrssaison Rapids zurückgeblickt.

Viel ist im Frühjahr 2017 bei Rapid sportlich schiefgegangen. Die Spiele werden aus Kurvensicht nocheinmal Revue passieren gelassen, sportliche Tiefpunkte und Tifo-Höhepunkte werden beschrieben. Die Aussprache mit der Mannschaft auf einem Autobahnparkplatz nach der Niederlage in Ried wird im Saisonrücklick und dann später noch einmal extra behandelt. Einen besonderen Platz nimmt natürlich das Cupfinale ein.

Das Thema 40 Jahre Block West (mit Eröffnung des alten Weststadions 1977) wurde bereits beim sommerlichen Block West Fest und in einer Choreographie thematisiert. Im Fanzine kommen in mehreren Interviews alle Vorsänger zu Wort. Von Roland Holzinger als Chantleader im britischem Stil beginnend über die verschiedenen Ultras-Vorsänger erzählen sie über ihre Zeit. Viel Interessantes an Blicken hinter die Kulissen ist auch in Gesprächen mit dem „1er Trommler“ und zwei ehemaligen langjährigen und stilprägenden Choreo-Machern zu erfahren. Dazu wurde die Foto-Schatzkiste ausgepackt und manch schönes Bild abgedruckt.

Weitere Themen sind die ersten Stadionverbote vor 15 Jahren nach Ausschreitungen und Spielabbruch beim Testspiel gegen Arsenal in Eisenstadt 2002, Aktivitäten der Rechtshilfe Rapid samt Einschätzung zu Gesetzesänderungen, Spruchbänder, der erkrankte Sergei Mandreko oder ein Besuch im empfehlenswerten Genoa-Museum in Genua (2012 von mir noch am alten Standort besucht).

Die Freundschaften nehmen wie gehabt einen guten Teil der Seiten ein. Mit Veneziamestre gibt es eine weitere spannende Zeitreise nach Italien Anfang der 2000er Jahre samt interessanten Darstellungen der Geschichte der Kurven von Torino und Salernitana sowie einen Hochzeitsbericht („Als die Sposi rauskamen gab es grün-orangen Reis für die Familienmitglieder und Fackeln für die Orgen, auf's Brautpaar wurde aber nur der Reis geworfen.“) Dazu gibt es Rückblicke und aktuelle Berichte zu Panathinaikos und Nürnberg. Das 15-jährige Jubiläum der Freundschaft mit Nürnberg wurde groß gefeiert, von einem Wochenende samt Testspielbesuch im Jänner an beginnend. Darauf und auf die Geschichte der Freundschaft wird zurückgeblickt.
Vor einem Jahr fesselte im Block West Echo 37 der Abenteuerbericht zweier Ultras, die mit dem Rad von Wien nach Athen fuhren. Diesmal gibt es einen Radler-Reisebericht über eine Fahrt von Wien nach Nürnberg. Sie ist nicht ganz so abenteuerreich, aber dennoch lesenswert. Ob in einer kommenden Ausgabe auch eine Radtour nach Venedig kommen wird? Allerdings wurde hier der Großteil der Strecke ja schon im Zuge der Athen-Fahrt beschrieben.

Interviews mit zwei Legenden, dem in seiner Vitalität faszinierenden Alfred Körner und dem beim Herbstderby 2016 in Hütteldorf zu Gast gewesenen Dejan Savićević, runden das Heft ab.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ballesterer 126




Rezension


Ballesterer
Nr. 126, November 2017
84 S.






Der „Fußballstadt Hamburg“ widmet sich der Ballesterer, und zwar der Welt abseits von HSV und St. Pauli. Nicole Selmer berichtet über Altona 93, Concordia, Victoria, Barmbek-Uhlenhorst als lokal verwurzelte Stadtteilvereine sowie den Fanverein HFC Falke von ehemaligen HSV-Fans, ihre Spielstätten und ihr Leben im Hamburger Unterhaus.

Eine recht nettes grafisches Gedankenspiel zeigt angesichts der jüngsten Nationalratswahl die jeweils stärksten Fußballvereine in den 39 österreichischen Regionalwahlkreisen und ein aus diesen Vereinen bestehendes Parlament.

„Nie schießt der Fascismus im roten Wien ein Goal! Dafür bürgen Arbeiterfußballer“ hieß es auf einem Transparent, das Wiener Arbeiterfußballer 1930 bei einer sozialdemokratischen Wahlkampfveranstaltung trugen. Anhand des Fotos davon erzählt Georg Spitaler über den Arbeiterfußball und eine jüngst erschienene englische Übersetzung der sportpolitischen Schriften von Julius Deutsch.

Ernst Dokupil plaudert im Interview über seine Trainerkarriere („Ich habe einfach ein Auge für junge Spieler.“) und ihr Ende in Zeiten des aufkommenden Internets Anfang der 2000er Jahre („Heute weiß ich, dass ich mir diverse Postings nicht zu Herzen nehmen darf. Damals bin ich oft um vier Uhr aufgestanden und habe mir angeschaut, was über uns im Internet steht. Das hat mich viel Kraft gekostet.“) Weitere Artikel behandeln einen Fanverein ehemaliger Fans von Beitar Jerusalem, den Stadionausbau und die Ambitionen von Union Berlin und das Gastspiel des GAK in der steirischen Landesliga in St. Anna am Aigen.

Über Bären und Fußball im burgenländischen Winden am See schreibe ich in meiner Reihe Nebenschauplätze.

Samstag, 14. Oktober 2017

Rapid - St. Pölten 1:0 (1:0)

Bundesliga, 11. Runde, 14.10.2017
Weststadion, 24.200

Heimsieg gegen den Tabellenletzten St. Pölten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Joelinton traf vor Ende der ersten Halbzeit ins Goal. Murg vergab in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter. Es gab viele weitere Chancen, aber eben keine zählbaren Tore. Rapid hat gewonnen und das ist gut.
Nicht gut ist und negativ vermerkt wird, dass Steffen Hofmann nicht im Kader war.
Ein Spruchband und Genesungswünsche gab es im Block West für den in Spitalsbehandlung befindlichen Ultras-Mitgründer Rudolf K.
Ein weiteres Spruchband behandelte einen nach Schlägen auf einen Obdachlosen vom Polizeidienst suspendierten Fanpolizisten.
Ex-Austria-Ultra und kurzzeitiger Rapidspieler Max E. war erstmals mit den St. Pöltnern wieder in Hütteldorf und wärmte in der Aufwärmzone vor dem Block West auf. Es wurden ihm und dem lila Verein von dort verbal schlechte Wünsche mitgegeben.
Vor dem Spiel wurde der älteste Rapidfan zu seinem bevorstehenden 105. Geburtstag beglückwünscht.
Sonniger Herbsttag. Flutlichtspiel im nicht nur dank Mitglieder-Freikartenaktion gut gefüllten Weststadion. Vielleicht kein in allem zufriedenstellendes Spiel, aber ein Rapid-Sieg. Es geht uns gut.

Freitag, 13. Oktober 2017

Wiesmath - Sollenau 2:1 (0:0)

Niederösterreich, 1. Klasse Süd, 10. Runde, 13.10.2017
Sportplatz Wiesmath, 120

Mit effizienter Torausbeute gewinnt die clevere Mannschaft von Wiesmath gegen Sollenau. Die Gäste hatten zwar mehr vom Spiel, aber brachten bis zum Anschlusstreffer zehn Minuten vor dem Ende kein Tor zusammen. Sie stehen so trotz dem von Austria Lustenau gekommenen Brasilianer Jailson weiter mit nur einem Punkt aus zehn Runden am Tabellenende.
Der SK Wiesmath wurde 1963 in Wiesmath in der Buckligen Welt Niederösterreichs gegründet. 1983 stieg man in die 1. Klasse Süd auf, musste 2000 aber wieder absteigen. 2011 schaffte man den Wiederaufstieg.
Der Mattersburger Alois Höller begann seine Karriere genauso in Wiesmath wie der aktuell in St. Pölten spielende Martin Rasner.
Der Sportplatz wurde 1970 eröffnet. Das neue Kantinen- und Kabinengebäude wurde 2012 fertiggestellt und ersetzte den Vorgängerbau aus den 1980er Jahren. Mit der Eingangsgestaltung in Form eines Fußballs hat man einen schönen Blickfang geschaffen.