Donnerstag, 14. Juli 2011

AIK - Halmstads BK 4:0 (3:0)

Schweden, Allsvenskan, Omgång 16, 11.7.2011
Råsunda Stadion, 13.668

AIK läßt dem Tabellenschlußlicht vom Halmstads Bollklub an diesem Tag keine Chance und fährt einen Kantersieg ein, der noch höher hätte ausfallen könnten. Feiner Einbahnstraßenfußball mit einigen Gustostückerln. Interessant, wie sich die Gastmannschaft nach dem schnellen 2:0 in einer Verletzungspause im Kreis zur taktischen Besprechung oder zum Mut-zusprechen versammelte. Genutzt hat es wohl wenig. Die Gesänge für den vierfachen Torschützen Teteh Bangura (davon ein Elfer und ein wunderschöner Weitschuß) wollten im Stadion gar kein Ende nehmen.
Die Spruchband-Choreographie der Heimkurve zu Beginn galt der Initiative Positiv läktarkultur, mit der sich ein Zusammenschluß schwedischer Fans gegen verzerrende Medienberichte wendet. Das Spruchband „Stoppa den mediala hetsjakten“ versteht man auch ohne Sprachkenntnisse. Richtig laut wird es, wenn der gesangesfreudige Block das restliche Stadion mitreißt. Das kleine Häuflein Fans aus Halmstad hatte an diesem Tag keinen schönen Abend.
AIK (Allmänna Idrottsklubben, „Allgemeiner Sportklub“) wurde im Jahr 1891 gegründet. Die Fußballsektion folgte 1896 und verbuchte seither elf schwedische Meistertitel und sieben Cupsiege (zuletzt 2009 im Double). Die letzte Jahresmeisterschaft schloß AIK 2010 nur am 11. Tabellenplatz der Allsvenskan ab. 1932 wurde AIK mit dem österreichischen Trainer Ferdinand Humenberger Meister. Der Verein betreibt mehrere Sportarten, genauswo wie die anderen großen Stockholmer Vereine Djurgården und Hammarby. Der Anhang der Schwarz-Gelben von AIK stammt traditionell aus dem Nordwesten des Großraums Stockholm und Solna.
Das 1937 eröffnete Råsundastadion ist seit damals die Heimstätte von AIK. Zuvor spielte der Verein von 1901 bis 1910 auf einem Fußballplatz im Stockholmer Idrottsparken, auf dem heute das Olympiastadion steht. Während dessen Bau wechselte AIK von 1910 bis 1912 nach Solna (eine mit Stockholm verwachsene, aber rechtlich selbständige Nachbarstadt) und spielte erstmals auf dem Platz, auf dem dann später das Råsundastadion errichtet wurde. Nach der Fertigstellung des Olympiastadions spielte AIK von 1912 bis 1937 dort, bis es endgültig im Råsunda Fotbollstadion von Solna seine Heimat fand. Das Råsundastadion hatte zum Zeitpunkt seiner Eröffnung 1937 eine Kapazität von 40.000 Plätzen. Zwanzig Jahre später wurde es für die WM 1958, bei der das Finale hier stattfand, auf 50.000 Plätze ausgebaut. Die charakteristische Aufstockung der Hintertortribünen ist gut zu erkennen. Heute umfaßt das Stadion 36.608 Plätze. Neben der WM 1958 wurden auch bei der EM 1992 hier Spiele ausgetragen, u.a. das Eröffnungsspiel und ein Semifinale.
Das Råsundastadion ist das schwedische Nationalstadion. Noch. Denn nächstes Jahr wird die in Solna in Bau befindliche neue Arena mit 50.000 Plätzen fertiggestellt sein. Das schöne alte Råsundastadion wird dann abgerissen und AIK wird in das neue Nationalstadion ziehen. Ein diskutierter (Rück-)Kauf vom schwedischen Fußballverband scheint sich an finanziellen Fragen zerschlagen zu haben. Ewig schade um dieses schöne, an britischen Stil erinnernde Stadion (das Stadion von Highbury war das architektonische Vorbild). Eigentlich ein Verbrechen, so etwas abzureißen und durch eine gesichtslose neue Arena zu ersetzen.































Eine eingehende Stadtbesichtigung Stockholms wurde neben Fußballtourismus auch absolviert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen